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Zur Eröffnung des neuen Standortes

Es ist gelungen, eines der wenigen erhaltenen Fachwerkgebäude dieser Stadt einer sinnvollen Nutzung zuzuführen. Ein Gebäude, bei dem schon aufgrund des äußeren Anblicks die Assoziation von Museum und Kunst aufdrängt.

Seit dem 12.April 03 haben die Werke der 1982 wiedergegründeten Kunstsammlung Neubrandenburg eine neue Heimstatt. Die anfangs auf 5 Jahre gedachte provisorische Bleibe am Pferdemarkt 1 blieb es über 20 Jahre. Das über viele Jahre dauernde Provisorium ist nunmehr beendet.

Mit dem Umzug erhält die noch junge, aber qualitätsvolle Sammlung ein neues Domizil mit besten Voraussetzungen für die umfangreichen musealen Aufgaben. Durch die Verbindung des alten Fachwerkbaus mit dem neuen Gebäude auf dem Innenhof ist es gelungen, historische Substanz mit moderner Architektur zu verknüpfen, und einen Museumskomplex zu schaffen, der höchsten Ansprüchen gerecht wird. Entstanden ist ein Ort der Bildung, aber auch ein Ort der Muße und des Kunstgenusses. Mit dem neuen Standort der Kunstsammlung stehen den Besucherinnen und Besuchern nicht nur repräsentative Ausstellungsräume offen, in denen sie sich vor allem mit ostdeutscher Kunst des 20. Jahrhunderts vertraut machen können. Es ist zugleich die Möglichkeit geschaffen worden, die Exponate, die momentan nicht aktuell ausgestellt werden, fachgerecht aufzubewahren, um sie auch für nachkommende Generationen zu erhalten.

Viele der Exponate sind in der Zeit der DDR entstanden. Ob es sich deswegen um typische „DDR-Kunst" handelt muss ebenso wie die Frage, wie diese aus künstlerischer Sicht zu beurteilen ist, der Bewertung jedes einzelnen überlassen werden. Sicherlich gibt es neben objektiven Maßstäben, nach denen sich Kunst beurteilen lässt, auch solche, die von der jeweiligen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Situation abhängig sind – ganz zu schweigen vom Aspekt des persönlichen Geschmacks, der gar keiner Bewertung zugänglich ist. Es ist daher besonders interessant, mit welchen Eindrücken vor allem künftige Generationen die Ausstellungen der Kunstsammlung Neubrandenburg betrachten werden.

Dass es sich den Exponaten der Kunstsammlung zumeist um Kunst des 20. Jahrhunderts handelt, ist nicht zuletzt dadurch bedingt, dass gegen Ende des 2. Weltkrieges nach dem Stadtbrand die bedeutenden Exponate der damals bestehenden Kunstsammlung verschwunden waren und die Sammlung neu aufgebaut werden musste.

Kunstmuseen in Mecklenburg-Vorpommern, obwohl zahlenmäßig gering im Vergleich mit den anderen Museumsgattungen, leisten mit ihren Sammlungen und qualitätsvollen Ausstellungen – verbunden mit umfangreichen Rahmenprogrammen – einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Vielfalt in unserem Land.

Neben dem Staatlichen Museum Schwerin, der Ernst-Barlach-Stiftung Güstrow, der Kunsthalle Rostock und der Galerie des Pommerschen Landesmuseums Greifswald ist nun ein weiterer attraktiver Standort für die Kunstvermittlung des 19. und 20. Jahrhunderts in Mecklenburg-Vorpommern geschaffen worden. Diese Einrichtungen ergänzen sich in ihren Sammlungen und unser Land bietet attraktive Angebote für Bildung und Tourismus.

Die Kunstsammlung Neubrandenburg stellt einen regionalen kulturellen Schwerpunkt für Mecklenburg-Vorpommern dar. Ihr Umzug bedeutet eine qualitative Erweiterung unserer Museumslandschaft sowie die Schaffung eines weiteren touristischen Anziehungspunktes in der Region Ostmecklenburg.

Neben der Konzertkirche wird sich auch die Kunstsammlung Neubrandenburg als wichtiger und dauerhafter Identifikationskern von hoher Anziehungskraft sowohl für die heimische Bevölkerung als auch für Besucherinnen und Besucher unseres Landes entwickeln, so meine feste Überzeugung.

Als Gegenwartsmuseum begleitet die Kunstsammlung in ihrem Sammlungsanliegen vor allem den aktuellen Kunstprozess regional wie überregional, fühlt sich aber auch der Tradition verpflichtet. Erinnert sei u.a. an die Künstler Marie Hager und Paul Holz, deren Werke heute auch überregional gewürdigt und geschätzt werden – dank der Präsentation und Vermittlungsarbeit der Kunstsammlung.

Die Stadt Neubrandenburg bietet mit ihrer Kunstsammlung und der Konzertkirche als kulturtouristische Ziele eine einzigartige Verbindung von Kunst, Kultur und Tradition an. Damit ist sie lobenswerterweise mit dem heutigen Tag auch eine finanzielle Verpflichtung eingegangen, nämlich dieses Haus dauerhaft zu unterhalten. Das ist in den heutigen Zeiten knapper Kommunalkassen keineswegs selbstverständlich und deswegen ausdrücklich zu würdigen.

In den zurückliegenden Jahren hat das Land Mecklenburg-Vorpommern die Arbeit der Kunstsammlung im Rahmen der Projektförderung im Hinblick auf den Umzug maßgeblich unterstützt und somit zur Erhaltung von Kunst- und Kulturgut beigetragen. Auch künftig soll ein Förderschwerpunkt im Bereich der Kunstmuseen des Landes liegen.

Dank gilt der Stadtvertretung Neubrandenburg für ihren Mut und ihre Weitsicht in Bezug auf den neuen Standort der Kunstsammlung.

Dank auch der Leiterin der Kunstsammlung Frau Dr. Merete Cobarg und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie der ehemaligen Leiterin Dr. Ruth Crepon, für die fachwissenschaftliche Arbeit und das langjährige Engagement für die Umsetzung dieses Projektes. Dank gilt den Mitgliedern des Freundeskreises der Kunstsammlung Neubrandenburg e.V. und dabei insbesondere dem Vorsitzenden,Hern Christoph von Kaufmann sowie dem ehemaligen Vorsitzenden, Herrn Eckehart Lockau, und dem ehemaligen stellvertretenden Bürgermeister Helmut Zimmermann für das Engagement bei der Regelung der Unterbringung der Kunstsammlung.

 

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