Hallo, Sonnenschein!

Mir wird oft die Frage gestellt: “Was ist das beste Anti-Aging-Mittel, das ich für meine Haut tun kann?” Ohne zu zögern, lautet die Antwort: SONNENSCHUTZ. Die Sonne ist für etwa 80 % der Zeichen der Hautalterung verantwortlich. Sie ist schuld an schlaffer Haut und Falten, braunen Flecken (Hyperpigmentierung), weißen Flecken (Hypopigmentierung) und Hautkrebs. Wir lieben das Gefühl von Sonne auf unserer Haut und die glamouröse Bräune, aber in Wirklichkeit ist sie eine Zeitmaschine im Schnelldurchlauf. Eigentlich ist es unfair, die gesamte Sonnenstrahlung dafür verantwortlich zu machen, denn es sind die UV-Strahlen, die der eigentliche Übeltäter sind.

Was ist eigentlich UV-Licht?

Was ist ultraviolettes (UV) Licht? In erster Linie ist es eine Art elektromagnetische Strahlung, deren Energie ausreicht, um chemische Bindungen aller Art aufzubrechen, auch die von lebendem Gewebe. Der Großteil des ultravioletten Lichts fällt in den Wellenlängenbereich zwischen sichtbarem Licht und Röntgenstrahlung und erreicht die Erde in Wellenlängen zwischen 400 Nanometern und etwa 180 Nanometern. UVA, oder nahes UV, hat eine Wellenlänge von 315 bis 400 nm, und UVB, oder mittleres UV, hat eine Wellenlänge zwischen 280 – 315 nm. Es gibt sogar noch ein drittes UV-Band, das UVC oder Fern-UV, das zwischen 180 und 280 nm liegt. UVB dringt in die oberste Hautschicht (die Epidermis) ein, und eine Sonnenbräune ist eine Reaktion auf die schädlichen UVB-Strahlen. UVA dringt tiefer ein und kann lebendes Gewebe wie Kollagen und Elastin verletzen. Ich stelle mir das so vor: UVA, A für Alterung, UVB, B für Verbrennung.

Gibt es so etwas wie eine gesunde Bräune?

“Aber ich fühle mich immer gesünder, wenn ich gebräunt bin!” Das liegt wahrscheinlich daran, dass Dein Körper auf dem Weg dorthin eine gute Dosis Vitamin D hergestellt hat. Vitamin D wird aus Cholesterin hergestellt, wenn Deine Haut dem Sonnenlicht ausgesetzt ist. Sonnenbestrahlung ist der beste Weg, um Vitamin D zu bekommen, denn es ist schwierig, Vitamin D in großen Mengen über die Nahrung aufzunehmen. Aber eine Sonnenbräune ist ein Zeichen für eine Verletzung, nachdem der Schaden bereits eingetreten ist. Eine Sonnenbräune entsteht, wenn der natürliche Abwehrmechanismus des Körpers einsetzt. Melanin, ein Pigment, das von den Zellen der Haut produziert wird, absorbiert UV-Licht und gibt es als Wärme ab. Wenn der Körper einen Sonnenschaden feststellt, schickt er Melanin in die umliegenden Zellen, um sie vor weiteren Schäden zu schützen.

Natürlich wissen wir alle, wann wir “zu viel Sonne” hatten, aber das Heimtückische daran ist, dass die Strahlung bioakkumulativ ist. Je öfter wir uns der Sonne aussetzen, desto größer ist die schädliche Wirkung auf unsere Haut. Ist Dir beim Autofahren schon mal aufgefallen, dass Du auf der linken Seite mehr Schäden hast als auf der rechten? Wir sind dem UV-Licht aus vielen Quellen ausgesetzt, auch aus unseren Fernsehern und Telefonen! Und über die Gefahren von Sonnenstudios will ich gar nicht erst reden.

Wie bekomme ich Vitamin D ohne Sonnenschäden?

Was sind also die besten Möglichkeiten, um Vitamin D zu erhalten und diese zerbrechliche Hülle, die unser Gesicht für die Welt ist, zu schützen?

Natürlich hilft es, der Sonne fernzubleiben, obwohl UV-Strahlen Glas durchdringen und von Oberflächen reflektiert werden, sodass es unmöglich ist, sie ganz zu vermeiden. Das Tragen von Hüten und sonnenschützender Kleidung, wenn wir uns im Freien aufhalten, hilft ebenfalls. Letztendlich sind aber Sonnenschutzmittel der beste Sonnenschutz für unsere Gesichter und Hände, die ständig dem UV-Licht ausgesetzt sind.

Welches Sonnenschutzmittel sollte ich verwenden?

Dann lautet die nächste Frage: “Welches sind die besten Sonnenschutzmittel?” Am Ende wird es der sein, den Du am meisten magst, was bedeutet, dass Du ihn eher und öfter verwendest. Die US-Gesundheitsbehörde FDA empfiehlt die Verwendung von Breitspektrum-Sonnenschutzmitteln mit einem LSF von 15 oder höher.  Kein Sonnenschutzmittel ist perfekt und muss alle zwei Stunden neu aufgetragen werden, wenn Du schwitzt oder schwimmst sogar noch öfter.

Chemische und physikalische Inhaltsstoffe von Sonnenschutzmitteln – was ist der Unterschied?

Der Schutz von Sonnenschutzmitteln findet auf der Hautoberfläche statt, aber es gibt Hinweise darauf, dass einige Sonnenschutzmittelwirkstoffe durch die Haut aufgenommen werden und in den Körper gelangen können.

Oft hört man, dass es zwei Arten von Sonnenschutzmittelwirkstoffen gibt: chemische Wirkstoffe und physikalische Wirkstoffe. Chemische Wirkstoffe absorbieren die Sonnenstrahlen, wandeln sie in Wärme um und geben die Wärme wieder ab. Manche Menschen empfinden chemische Wirkstoffe als reizend, und das Risiko einer Reizung steigt stark an, wenn sie in der Augenpartie aufgetragen werden.

Wir haben uns immer für physikalische Sonnenschutzwirkstoffe entschieden: Titandioxid und Zinkoxid. Physikalische Sonnenschutzmittelwirkstoffe werden aus Mineralien gewonnen, und die Mineralien sind zu groß, um von der Haut aufgenommen zu werden. Die Mineralien liegen auf der Hautoberfläche, wo sie wie hunderttausende von Spiegeln wirken, die die Sonnenstrahlen reflektieren und brechen.  Wenn Du empfindlich auf Chemikalien reagierst, sind physikalische Sonnenschutzmittel eine gute Alternative, da sie bei den Anwendern weniger Irritationen hervorrufen können.

Zu guter Letzt: Welchen LSF sollte ich verwenden?

Und welchen LSF solltest Du tragen? Erstens: Der LSF bezieht sich nur auf den Schutz vor UVB-Strahlen. Du musst auf den Hinweis “Breitspektrumschutz” achten, der auch UVA-Strahlen einschließt. Alle Sonnenschutzmittel mit einem LSF-Wert über 15, die in den USA verkauft werden, müssen einen Breitspektrumschutz aufweisen.

Es gibt den Irrglauben, dass je höher der LSF-Wert ist, desto besser.  Das ist nicht wahr. Ein LSF 15 schützt vor 93 % der UVB-Strahlen. LSF 30 schützt vor 97 % der UVB-Strahlen und LSF 50 schützt vor 98 % der UVB-Strahlen. Das ist verwirrend, aber es stimmt. Wenn Du also einen chemischen Sonnenschutz verwendest, der einen hohen LSF verspricht, trägst Du auch entsprechend mehr Chemikalien und bekommst nur wenig für Dein Geld. Ich empfehle Dir, eine mineralische Basiscreme mit einem LSF von 20 bis 30 zu wählen, dann bist Du im wahrsten Sinne des Wortes abgesichert! Und denk daran, dass es wichtig ist, das ganze Jahr über Sonnenschutz zu tragen, also vergiss nicht, Dich auch im Winter mit LSF einzucremen! 

Ich hoffe, ich konnte Dir dabei helfen, den nächsten Sommer ohne Sorgen zu genießen!

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