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Sylvia Bretschneider zum Ausbildungsreport 2011 Mecklenburg-Vorpommern

Bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen zeichnen sich Branchen wie das Hotel- und Gaststättengewerbe und der Einzelhandel ab, die besondere Schwierigkeiten haben, die angebotenen Ausbildungsplätze zu besetzen. Unter den ersten sechs der unbesetzten Berufsausbildungsstellen finden sich gleich vier Berufe aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe wie Koch/Köchin, Restaurantfachmann/-frau, Hotelfachmann/-frau oder Fachkraft im Gastgewerbe. Im Einzelhandel sind es die Ausbildungsberufe Kaufmann/-frau im Einzelhandel und Verkäufer/Verkäuferin.
Der Ausbildungsmarkt hat sich grundlegend verändert. Verwöhnt von einem Überangebot in der Vergangenheit beklagen viele Ausbildungsbetriebe die ungenügende Ausbildungsreife der jetzt auf den Markt drängenden jungen Leute. Gerade für bildungsschwache Jugendliche ist mehr Motivation erforderlich, die notwendige Botschaft sollte lauten: “Wir brauchen Euch”. Ausbildende Betriebe müssen mehr nach den „Stärken”  der BewerberInnen suchen und „Schwächen” akzeptieren. Ausbildende Betriebe müssen besser erkennen, dass sie Rahmenbedingungen (z. B. Arbeitszeit, Vergütung, Urlaub) für die Ausbildung regeln und akzeptieren müssen, dass Jugendliche in der Ausbildung keine Fachkräfte mit jahrelanger Berufserfahrung
und erst recht keine Billigarbeitskräfte sind.
Denn die Auswertung ergab auch, dass 66% der Auszubildenden mit ihrer Ausbildung allgemein und 67% mit der Fachlichen zufrieden sind. Regelmäßig werden 63.5% der Azubis durch Ausbilder betreut. Allerdings erledigen auch 11% ausbildungsfremde Tätigkeiten und 31% machen regelmäßig
Überstunden für die  16% keinen Ausgleich bekommen. Über 50% erhalten weniger als 500 € Vergütung und 55% haben noch kurz vor der Prüfung keine Aussage zur Übernahme.
Noch kritischer ist die Ausbildung im Hotel- und Gaststättengewerbe ausgefallen. Fast 60% der Azubis arbeiten mehr als 5 Tage in der Woche, 11% sogar 6 bis 7 Tage. Über 40 h Arbeitszeit in der Woche ist die Regel. Überstunden machen 75% der Auszubildenden und 95% bekommen weniger als 500 € Ausbildungsvergütung. Nur 45% sehen ihre Ausbildung als gut´oder sehr gut. Das hat zur Folge, dass die Hälfte der Ausbildungsverträge
vorzeitig aufgelöst werden. Diese Werte liegen deutlich über den Bundesdurchschnitt. Gründe dafür sind Konflikte im Betrieb und Überstunden, zu wenig Erholung, falscher Beruf. Die Prüfungen bestehen 18% der verbleibenden Azubis nicht im ersten Anlauf. Im Einzelhandel sieht es nicht viel besser aus. Mehr als 26% arbeiten mehr als 5 Tage in der Woche, die Vergütung und die Chancen auf Übernahme sind unterdurchschnittlich.

Die Ergebnisse zeigen, dass 2/3 der Auszubildenden mit ihrer Ausbildung zufrieden sind und das duale System auch in unserem Land ein Erfolgsmodell ist. Aber hinter diesem positiven Ausblick verstecken sich eben auch schlechte Ausbildungsbedingungen, die nicht hinnehmbar sind.
Der demographische Wandel wird die Probleme des Ausbildungsmarktes auch in Zukunft nicht lösen, Angebot und Nachfrage werden nach wie vor nicht übereinstimmen. In diesem Sinne appelliert Sylvia Bretschneider vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres an alle Unternehmen in der Region, verstärkt und auch an der Situation der jungen Menschen im Land orientiert auszubilden.

 

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