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Jugendweihe 2007 in Neubrandenburg

F e s t r e d e
z u r

Jugendweihe

am 28. April 2007

  „Das Leben ist wie eine Treppe,nur manchmal fehlt das Gelände.” Sprichwort)

 
Liebe Mädchen und Jungen,

sehr geehrte Eltern und Gäste,

im Leben eines jeden Menschen gibt es Tage, an die man sich beim besten Willen schon nach kurzer Zeit nicht mehr erinnern kann – oder will, weil entweder nichts Bemerkenswertes passiert ist, oder weil man sich an die Ereignisse nicht mehr erinnern möchte.

Ich bin sicher, dass dieser Tag nicht dazu zählen wird – ganz im Gegenteil!

Am 28. 4. geschah nämlich bereits in der Geschichte Großes:

Am 28. 4. 1770 entdeckte Captain James Cook Australien.

Am 28. 4. 1779 erfolgte die legendäre Meuterei auf der Bounty und am 28. 4. 1908 wurde der durch Steven Spielbergs Film „Schindlers Liste” berühmt gewordene Oskar Schindler geboren.

Heute – fast 100 Jahre danach – ist nun Euer großer Tag, den Ihr sicherlich noch lange in Erinnerung behalten werdet: der Tag Eurer Jugendweihe. Zu diesem festlichen Ereignis, meine lieben jungen Damen und Herren begrüße und beglückwünsche ich Euch auf das Herzlichste.

In einem irischen Sprichwort heißt es:

Junge Leute wissen nicht, was Alter ist,

und alte vergessen, was Jugend war.”

Ich wünsche mir sehr, dass der zweite Teil des Sprichwortes noch nicht auf mich zutrifft, weil ich noch nicht vergessen habe, wie Jugendliche sind, was sie denken und fühlen.
Genauso hoffe ich aber auch, dass Ihr am heutigen Tag oder in der nächsten Zeit darüber nachdenkt, welche Worte wir Euch  mit auf den Weg geben. Ich selbst habe drei inzwischen erwachsen gewordene Töchter und weiß auch aus eigener Erinnerung, dass es Jugendlichen oft nicht gerade leicht fällt, auf das zu hören, was die Eltern einem sagen. Eines weiß ich allerdings aus eigener Erfahrung: Eltern lieben ihre Kinder und wollen nur das Beste für sie, deshalb sind Ratschläge stets gut gemeint, um ihnen Kummer und Ärger zu ersparen.
Die Familie war bisher das Netz, das Euch behütet und beschützt hat. Dieses Netz bleibt auch im neuen Lebensabschnitt erhalten, es hat jedoch eine andere Funktion.

Die Bewältigung Eurer Lebenssituationen und die zukünftige Lebensgestaltung und Lebensplanung hängen nun zunehmend von Euch selbst, von Eurer Persönlichkeit und Eurer Sinnorientierung ab. Ihr werdet mehr und mehr Euer Leben eigenverantwortlich meistern müssen. Das wird für Euch, aber auch für Eure Eltern nicht leicht werden.

In den Konflikten zwischen den Generationen liegt aber auch ein großes Potential, sofern sie mit Liebe und Respekt, Verständnis und Neugierde, Toleranz und Güte ausgetragen werden. Beide Seiten müssen ihre Gestaltungs- und Lebensräume neu bestimmen. Ich weiß, wovon ich spreche und ich weiß, wie schwer es ist, als Mutter – oder Vater – das Kind loszulassen und im Kind einen Partner zu sehen, dessen Vorstellungen über seine Lebensplanung möglicherweise anders aussehen und mit unseren Vorstellungen nicht übereinstimmen.
Das Leben ist von der Geburt bis zum Tod wie ein Ozean: selten friedlich und glatt, oft stürmisch, unberechenbar und mit hohen Wellen. Und man muss gut aufpassen, dass sie nicht über einem zusammenschlagen und man untergeht. Vor diesem Zusammenschlagen haben Euch, liebe Mädchen und Jungen, bisher Eure Eltern, Großeltern und Freunde bewahrt. Nun ist es an der Zeit, dass Ihr selbst mehr Verantwortung übernehmt.

Sehr geehrte Eltern, Großeltern, liebe Angehörige, sehr geehrte Gäste,

gestatten Sie mir, dass ich an dieser Stelle auch einige Worte an Sie richte:
Ihr Kind setzt heute die Tradition der Jugendweihe fort, um in die Reihen der Erwachsenen aufgenommen zu werden. Eine Tradition, der auch die Folgen der politischen Ereignisse von 1989 nichts anhaben konnten. Viele von Ihnen werden sich noch an Ihre eigene Jugendweihe erinnern können. Natürlich hatten auch wir als Jugendliche oft Stress mit unseren Eltern. Handy und Piercing waren damals noch nicht „in” und deshalb nörgelten die Erwachsenen an unseren angeblich zu kurzen Röcken oder zu langen Haaren herum.
Damals wie heute galt und gilt der Spruch:

„Es gibt kein problematisches Kind.

Es gibt nur problematische Eltern.”

Heute fällt es Ihnen, sehr geehrte Angehörige, wie damals unseren Eltern, schwer zu glauben, dass diese festlich gekleideten jungen Damen und Herren in den ersten Reihen jene Kinder sein sollen, denen Sie noch vor kurzem die Nase geputzt, die Schuhe zugebunden und vor dem Einschlafen Gute-Nacht-Geschichten erzählt haben.

Es ist jetzt an der Zeit, dass Sie lernen loszulassen, damit Ihre Kinder ihren eigenen Weg finden können.
Trotzdem ist es wichtig, dass Sie, sehr geehrte Eltern und Großeltern, Ihren Kindern und Enkeln auch weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen. Die Entscheidungen werden Ihre Kinder und Enkel aber zunehmend allein treffen. Davor müssen Sie keine Angst haben. Denn Ihr erzieherischer Einfluss, Ihre Liebe und Fürsorge, die Sie Ihrem Kind bis zum heutigen Tag angedeihen ließen, werden dafür sorgen, dass Ihre Kinder gute Entscheidungen treffen werden.

Ein altes Sprichwort sagt zwar:

„Was Du Deinen Eltern schuldig bist,

weißt Du erst, wenn Du selber einmal Kinder hast.”

Aber vielleicht, liebe Mädchen und Jungen, findet Ihr heute abseits des Trubels Gelegenheit, Eure Eltern einmal in den Arm zu nehmen und ihnen zu danken – für den heutigen Tag und für alles, was sie bisher für Euch getan haben.

Liebe Mädchen und Jungen,

auch zukünftig wird es in Eurem Leben Höhen und Tiefen geben. Schule und Ausbildung oder Studium werden Euch in den nächsten Jahren vor neue Herausforderungen stellen. Vieles wird Euch gelingen, nicht alles wird glücken.

Ihr werdet wunderbare, aber auch schmerzhafte Erlebnisse haben: Freunde werden sich in Luft auflösen, Liebe wird dafür sorgen, dass sich der Magen mal vor Glück, mal vor Kummer zusammenzieht.

Ihr werdet nicht selten hin- und hergerissen sein zwischen „himmelhoch jauchzend” und „zu Tode betrübt”.
Ihr werdet Tränen vergießen – vor Trauer, vor Wut oder aus Freude. Das gilt übrigens auch für die Männer unter Euch, denn nur wer stark ist, traut sich auch einmal zu weinen.
Ihr werdet Erfolge haben, ob im Beruf oder im privaten Bereich. Genießt diese! Lasst Euch nicht von Misserfolgen entmutigen. Es gehört zum Leben dazu, auch mal Fehler machen zu dürfen. Denn oft sind es gerade die Fehler und Misserfolge, die Euch helfen, Euren eigenen Weg zu finden.

Glaubt mir: Die Erwachsenen reden zwar nicht gern darüber, aber auch sie machen Fehler. Auch sie haben nicht immer auf den Rat ihrer Eltern, Verwandten und Freunde gehört. Manchmal haben sie damit Recht gehabt, manchmal war es aber auch falsch. Fehler einzugestehen und offen zuzugeben, dass andere Recht haben, erfordert viel Mut.
Es gibt kein Patentrezept für ein erfolgreiches Leben, denn an den Scheidewegen des Lebens stehen keine Hinweisschilder. Wichtig ist, dass Ihr Euch etwas zutraut, dass Ihr nicht immer den Weg des geringsten Widerstandes geht, denn der ist oft nur am Anfang asphaltiert.
Als Landtagspräsidentin möchte ich Euch aber auch auf Eure Verantwortung für unser Zusammenleben hinweisen:
Ihr alle werdet in den nächsten Jahren erstmals die Möglichkeit erhalten, Eure Stimme bei einer Wahl abzugeben oder gar selbst zu kandidieren. Das ist ein Recht, das man als Erwachsener hat. Zu diesem Recht hinzu kommt aber auch die Verantwortung, wie man mit diesem Recht umgeht.
Man kann mit diesem Wahlrecht zur Veränderung unserer Gesellschaft beitragen und mitentscheiden, ob wir in Frieden, Freiheit und Demokratie miteinander leben, in gegenseitiger Achtung und Toleranz. Wenn Ihr also als Erwachsene dann das Recht zur Wahl habt, schaut Euch genau an, was diejenigen wollen, die sich zur Wahl stellen.

Sorgt dafür, dass diese Welt eine friedliche ist. Bringt Euch aktiv ein in die Gestaltung der Demokratie. Das ist anstrengend, aber notwendig, um dieses wertvolle Gut zu erhalten.
Hört nicht auf die, die auf Kosten der Schwächeren in unserer Gesellschaft scheinbar einfache Lösungen versprechen, in Wirklichkeit aber mit menschenverachtenden Parolen Hass und Gewalt schüren. Mir ist klar, dass man dazu viel Mut braucht, denn es ist immer einfacher, still zu sein und wegzusehen. Reicht denen Eure Hand, die Hilfe brauchen, denen, die in Not sind.
Eine Gesellschaft, in der jeder nur an sich denkt, in der nur die Ellenbogen regieren und die Stärkeren den Schwächeren nicht helfen, können und dürfen wir nicht zulassen. Solidarität, Mitmenschlichkeit und Toleranz sind heute wichtiger denn je.
Vor Euch liegt eine bunte Welt mit allerlei Angeboten und Verlockungen. Wählt mit Bedacht und Verstand, denn oftmals ist das wirklich Gute und Richtige nicht sofort zu erkennen.
Und geht nicht mit dieser Welt um, als gäbe es davon noch reichlich im Supermarkt! Wir haben nur diese eine Welt, deshalb erhaltet unsere Heimat, unsere Umwelt für uns, für Euch und für Eure Kinder!
Traut Euch etwas zu, lasst Euch von Niemandem einreden, Ihr wäret weniger wert und könntet weniger als andere. Jeder Mensch ist einzigartig. Euch gibt es nur ein einziges Mal auf unserer Erde. Ihr seid wer – und das ist auch gut so! Probiert Euer Leben aus und Ihr werdet sehen, wie schön es ist! Nur so werdet Ihr es schaffen, ein glückliches und sinnerfülltes Leben zu führen.

„Es ist egal, woher du kommst oder wer du warst, wichtig ist allein, wohin du willst und wer du sein willst,”  sagte einst die Philosophin Alexandra Maria Huber.

Liebe Mädchen und Jungen,

ich wünsche Euch, Euren Eltern, Verwandten und Freunden unvergesslich schöne Stunden am heutigen Tage, und ich wünsche Euch ganz persönlich, dass Ihr ohne zu stolpern über die Schwelle des Erwachsenwerdens treten könnt, dass Euch auf Eurem Weg möglichst wenig große Steine das Weiterkommen versperren und falls das doch einmal passiert, wünsche ich Euch viel Kraft, diese wegzuräumen.
Mögen Glück und Gesundheit Euch auf Eurem weiteren Lebensweg begleiten! Die Welt der Erwachsenen wartet auf Euch! Wir brauchen Eure Ideen und Euren Mut ebenso wie Euren Widerstand!

 

 

 

 

Besuch des Informationsbüro in Brüssel

Am 30. März 2007 weilte die Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider auf Einladung des Informationsbüros Mecklenburg-Vorpommern in Brüssel. Das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern verfügt über vielfältige Möglichkeiten, sich direkt oder mittelbar in die Gestaltung der Europäischen Union einzubringen.
Das setzt eine frühzeitige und umfassende Kenntnis von EU-Vorhaben voraus, deshalb wurde dieses Büro eingerichtet. Eine zweite wichtige Funktion des Büros besteht darin, Mecklenburg-Vorpommern in Brüssel zu repräsentieren. Das bedeutet, in der “Hauptstadt Europas” für die Stärken unseres Landes zu werben, über Wirtschaft, Forschung und Kultur zu informieren und für die Belange des Landes zu sensibilisieren.

Aus diesem Anlass besuchte sie ein Konzert der Neubrandenburger Philharmonie in Brüssel. Ein Konzert, dass ca. 800 Menschen begeisterte. Der Abend wurde mit vielen Gesprächen und Informationen beendet.

 

Jahresempfang der SPD Neubrandenburg am 23. März 2007 – Ehrengast Björn Engholm

tn_dsc_3781.jpgAm 23. März 2007 führte der SPD-Kreisverband Neubrandenburg seinen diesjährigen Jahresempfang im Rathaus Neubrandenburg durch. Zum ersten Mal begrüßte der neue Kreisvorsitzende, Michael Stieber, die Gäste. Für die langjährige Kreisvorsitzende Sylvia Bretschneider hatte man noch eine gelungene Überraschung parat. Sie bekam den beliebten roten Backstein für ihre Arbeit verliehen.

Ein weiterer Star des Abends war der ehemalige Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Björn Engholm. Nicht zum ersten Mal Gast in Neubrandenburg hielt er die Festrede des Abends. Bei einem Glas Sekt, einem leckeren Büffet und gemeinsamen Gesprächen ging ein schöner Abend zu Ende.

 

Impressionen aus dem Landtagswahlkampf 2006

In der Fotogalerie stehen nunmehr 27 Impressionen aus dem Landtagswahlkampf 2006 zur Verfügung. Sie können dort Bilder von verschiedenen Veranstaltungen finden – z.B. mit Ministerpräsident Dr. Harald Ringstorff, Wolfgang Thierse oder Bärbel Dieckmann.

 

Leben auf der Baustelle

Frau Bretschneider – warum ist der Haupteingang gesperrt?

Wir bereiten im Moment die wohl schwierigste Phase der Schlosssanierung vor. In den kommenden Monaten werden die Fundamente am Hauptportal gesichert und stabilisiert. Zugleich wollen wir die Fassade des Hauptportals einschließlich Niklothalle und die Durchfahrt in den Innenhof sanieren. Trotzdem – das möchte ich ausdrücklich betonen – sind alle öffentlichen Bereiche, also Museum, Schloss- und Orangeriecafé, wie gewohnt geöffnet. Und auch die Gäste von Veranstaltungen in der Schlosskirche haben natürlich Zutritt.

Hätte man diese Arbeiten nicht im Winter ausführen können, anstatt in der Haupt-Touristensaison?

Nein, das geht leider nicht. Die komplizierten Gründungs- und Fassadenarbeiten können nicht bei Frost durchgeführt werden. 
                
Was genau wird gemacht? 

Messungen haben ergeben, dass der Bereich jährlich um ein bis drei Millimeter absinkt. Diese Setzungen gefährden die gesamte Statik des Hauptportals. Deshalb werden in den kommenden Monaten 118 fast einen Meter
starke, bis zu 12 Meter tiefe Bohrungen in den morastigen Boden unter dem Hauptportal getrieben. Mit einem speziellen Düsenstrahlverfahren wird Beton in die Bohrungen eingespritzt, um diesem Bereich wieder Stabilität
zu geben. Da infolge der Setzungen die beiden Türme rechts und links des Hauptportals nach außen driften, müssen wir zusätzlich zehn Stahlanker durch das Hauptportal ziehen. Alles in allem ein sehr kompliziertes und langwieriges Unterfangen.

Sind in diesem Jahr noch weitere Baumaßnahmen in anderen Schlossbereichen geplant?

Ja. Die Notsicherungsarbeiten an der Nordbastion, einschließlich Teehaus, sollen abgeschlossen werden. Außerdem wird die Sanierung der Fundamente unter dem Neuen Langen Haus, dem Bischofshaus und dem Haus über der Schlossküche fortgeführt und ebenfalls abgeschlossen.

Was ist mit dem Umzug der Schlossküche in den Keller?

Dafür gibt es ein konkretes, aktuelles Projekt. Wenn die Fundamente saniert sind, soll an der Stelle der ehemaligen Schlossküche im Hochkeller wieder die zentrale Küche des Schlosses eingerichtet werden. In dem daneben liegenden Keller des Bischofshauses wollen wir die Kantine unterbringen. In der sogenannten Südbastion, rechts neben dem
Museumseingang, sollen die Nebenräume der Gastronomie Platz finden. Im Zuge dieser Umbaumaßnahmen ist auch der Einbau eines zweiten Fahrstuhls geplant. Diese Schritte bei der Umsetzung des Nutzungskonzeptes für das Schloss streben wir bis 2006 an. In Abhängigkeit von der Bereitstellung finanzieller Mittel soll dann bis spätestens zur
BUGA im Jahr 2009 im Medaillonsaal das vom Burggarten zugängliche Restaurant-Café eröffnet werden. Mit der Verlagerung der Küche, der Kantine, der öffentlichen Gastronomie und dem zweiten Fahrstuhl kann eine wesentlich bessere räumliche Trennung zwischen dem Parlamentsbetrieb und der öffentlichen Nutzung erreicht werden.
Dem Außenstehenden fällt es schwer, ein System bei der Sanierung zu erkennen. Da wird mal hier ein Baugerüst aufgestellt, dann dort ein Turm eingerüstet…
Die Baukommission des Landtages berät regelmäßig mit dem Landesbetrieb für Bau und Liegenschaften die nächsten Sanierungsschwerpunkte. Oberste Priorität haben die Fundamente und alle Maßnahmen, die einen  weiteren Verfall aufhalten – also Dächer, Trockenlegung der Mauern usw. Allerdings zwingen uns unvorhergesehene Probleme immer wieder zu kurzfristigen Reaktionen: so hat uns der Absturz von Fassadenteilen im vergangenen Jahr gezwungen, die Planungen umzustoßen und Notsicherungen an den Fassaden im Innenhof, im Außenbereich und im Hauptportal vorzunehmen.

Können Sie eine Gesamtsumme für die Sanierung des Schlosses nennen?

Ja. Insgesamt gehen wir von Gesamtkosten in Höhe von 158 Millionen Euro aus. Seit dem Sanierungsbeginn 1990 sind ca. ein Drittel davon verbaut worden.

Immer wieder fragen die Besucher: Wann ist das Schloss fertig?

Wenn man davon ausgeht, dass wie bisher jährlich vier bis fünf Millionen Euro im Landeshaushalt für das Schweriner Schloss bereitgestellt werden, dauert die Sanierung noch mindestens 20 bis 25 Jahre! Das ist alles andere als optimal. So lange Bauzeiten verteuern das Gesamtvorhaben, nicht zuletzt, weil der Verfall schneller voranschreitet
als die Sanierung. Aber angesichts der leeren Kassen ist eine „Sanierung am Stück" derzeit wohl kaum umsetzbar.

Werden wegen der Bauarbeiten Demonstrationen vor der Schlossbrücke auf den Alten Garten verlegt?

Eine Bannmeile wird es nicht geben! Ich gehe davon aus, dass Demonstrationen vor dem Schloss trotz der Bauarbeiten möglich bleiben. Ob es im Einzelfall Einschränkungen geben kann, muss entsprechend der konkreten
Bausituation durch die Genehmigungsbehörde der Stadt Schwerin entschieden werden.

Beeinträchtigen die Sanierungsarbeiten die Arbeit des Parlaments?

Grundsätzlich läuft das Parlamentsgeschehen normal weiter. Aber die Abgeordneten arbeiten schon unter erschwerten Bedingungen. Im Grunde leben wir seit 13 Jahren auf einer Großbaustelle. Das heißt nicht nur eingeschränkte räumliche Gegebenheiten, sondern auch Baulärm, Staub, immer wieder umziehen, wenn der aktuelle Fraktionsbereich an die Reihe kommt. Besonders stark sind im Moment die SPD- und die CDU-Fraktion
betroffen.

Erweist sich die Entscheidung des Landtages von 1990, das Schweriner Schloss zum Sitz des Landesparlaments zu bestimmen, im Nachhinein als Handicap?

Auf gar keinen Fall. Der frühere Bundespräsident Richard von Weizsäcker wird immer wieder zitiert, und auch ich tue das sehr gern bei jeder Gelegenheit: Mecklenburg-Vorpommern hat den wohl schönsten Landtagssitz Deutschlands! Im Übrigen war auch für das Schloss die damalige Entscheidung ein Segen: mit dem Einzug des Parlaments
begann die systematische Sanierung.

Was halten Sie von der Idee, den Schlosskomplex auf die UNESCO-Welterbeliste zu bringen?

Ich begrüße alle Aktivitäten, die die Bedeutung dieses einmaligen Gebäudes und seiner umgebenden Landschaft auch über die Landesgrenzen hinaus ins öffentliche Bewusstsein rücken. Welche realen Chancen ein solches Bestreben hat, vermag ich im Moment nicht einzuschätzen. Angesichts der Vielzahl der eingetragenen Welterbestätten und der Überrepräsentanz europäischer Denkmäler auf der Liste wird es sicher sehr schwierig sein, das begehrte Qualitätssiegel für das Schweriner Schloss zu erlangen. Aber von dem Weg Wismars und Stralsunds auf die Liste weiß ich auch, dass schon die Bewerbung ein Prozess ist, der das Image des Denkmals und eine breite öffentliche Identifikation fördert. Darüber hinaus werden konkrete Instrumentarien zum dauerhaften Schutz und Erhalt des Denkmals geschaffen. Auch insofern unterstütze ich diese Zielstellung.

Frau Bretschneider, wir bedanken uns für das Gespräch.

aus: LandtagsNachrichten Mecklenburg-Vorpommern, 3/2004 pdf  78.46 Kb

 

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