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Offenen Brief

RollstuhltanzgruppeSehr geehrte Mitglieder der Rollstuhltanzguppe,

zu dem guten Abschneiden beim größten internationalen Rollstuhltanztunier in den Niederlanden gratuliere ich allen Teilnehmern und Beteiligten auf das Herzlichste. Sie haben unser Bundesland Mecklenburg-Vorpommern überaus würdig vertreten, dafür danke ich Ihnen besonders.
Mit Ihrem leidenschaftlichen Engagement berühren Sie die Menschen und fördern so das emotionale Wohlbefinden, nicht nur bei den Zuschauern, sondern auch bei unseren Bürgerinnen und Bürgern.
Für die Zukunft wünsche ich Ihnen weiterhin die Kraft und die Gesundheit beim Training und immer Erfolg bei den Auftritten und Leistungsvergleichen.
Mit freundlichen Grüßen

Sylvia Bretschneider

 

“Eine moderne Energiepolitik für Mecklenburg-Vorpommern”

Die SPD in Mecklenburg-Vorpommern sieht in der Energiewende eine große Chance für unser Land. Die SPD in Mecklenburg Vorpommern unterstützt ausdrücklich den durch die SPD Bundestagsfraktion am 24.01.2012 gefassten Beschluss für eine „sozialdemokratischen Industriepolitik und vor allem die unter dem Punkt 4 enthaltenen Forderungen und Vorschläge den „Ökonomischen und Ökologischen Wandel gestalten – Für eine sichere Energie- und Rohstoffversorgung der Industrie“ die sich unter anderem dafür einsetzt, die Energiewende zielgerichtet für eine Steigerung der Konkurrenzfähigkeit derWirtschaft durch Steigerung der Ressourceneffizenz und Energieproduktivität zu nutzen und die Erneuerbaren Energien als Potential für Wachstumund Beschäftigung noch stärker zu erschließen und die auf Bundesebene

einen Aktionsplan zur Steigerung der Energie- sowie Rohstoff- und Materialeffizienz mit einer entsprechenden Ausgestaltung der Förderlandschaft,
einenMasterplan für die einzelnen Schritte der Energiewende,
eine Beschleunigung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien,
eine Verkürzung der Planungs- und Genehmigungsverfahren für den Netzausbau – bei Ausbau der Beteiligungsrechte und –möglichkeiten,
eine zielgerichtete Energieforschung,
und die Stärkung desMarktes für Energiedienstleister,fordert.

Mecklenburg-Vorpommern ist aufgrund seiner natürlichen Voraussetzungen ein idealer Standort für die Erzeugung von Energie aus Windkraft, Biomasse, Sonnenenergie und anderen erneuerbaren Energieträgern. Zugleich eröffnen uns die erneuerbaren Energien gute Chancen auf wirtschaftliches Wachstum und neue Arbeitsplätze. Sie passen zu unserem Land mit seinen Stärken im Tourismus, in der Land- und Ernährungswirtschaft und in der Gesundheitswirtschaft. Schon heute deckt Mecklenburg-Vorpommern rund die Hälfte seines Strombedarfs aus erneuerbaren Energien. Durch den Bau und Betrieb von Windparks, Solaranlagen und Biomassekraftwerken und bei der Herstellung von moderner, umweltfreundlicher Energietechnik vor allem in der Windkraft sind in unserem Land Tausende neuer Arbeitsplätze entstanden. UnserZiel ist klar:
Wir wollen auf diesem Weg weitergehen und gemeinsam mit den Menschen inunseremLand die Chancen der erneuerbaren Energien fürMecklenburg-Vorpommern nutzen.

2. Eine moderne Energiepolitik fürMecklenburg-Vorpommern

Die SPD in Mecklenburg-Vorpommern steht für eine moderne Energiepolitik. Wir orientieren uns dabei an dem Leitbild, das die SPD-Landtagsfraktion in der vergangenen Wahlperiode auf mehreren Konferenzen mit Experten diskutiert und erarbeitet hat. Unser Ziel ist, dass Mecklenburg-Vorpommern seinen Strombedarf noch in diesem Jahrzehnt vollständig aus erneuerbaren Energien deckt, energieabnehmende Industrie in unser Land zieht und zum Exporteur von sauberemStromwird.
Im Mittelpunkt unserer Energiepolitik steht der Ausbau der erneuerbaren Energien. Unser Ziel ist, dass Mecklenburg-Vorpommern seinen Strombedarf noch in diesem Jahrzehnt vollständig aus erneuerbaren Energien deckt und zum Exporteur von sauberem Strom wird. Auch bei der Wärmeerzeugung wollen wir den Anteil erneuerbarer Energien deutlich erhöhen. Beim Ausbau der erneuerbaren Energien verfolgen wir eine Doppelstrategie. Wir setzen auf den Aufbau leistungsstarker Einheiten wie Windparks vor unserer Küste, die große Energiemengen produzieren. Gleichzeitig ist der Umstieg auf die erneuerbaren Energien eine Chance, dezentrale Energieversorgungskonzepte zu verwirklichen und so Wertschöpfung und Arbeitsplätze imländlichen Raumzu ermöglichen.

Der Umstieg auf die erneuerbaren Energien ist eine große wirtschaftliche Chance für Mecklenburg- Vorpommern. Wir wollen, dass Mecklenburg-Vorpommern als Standort für die Erforschung, Herstellung und Vermarktung von modernen und umweltfreundlichen Energietechnologien weiter an Bedeutung gewinnt. Prognosen gehen davon aus, dass die Zahl der Arbeitsplätze in dieser Branche aufmehr als 20.000 steigen kann. Diese Chance wollen wir nutzen. Zukunftsgerechte Energiepolitik erfordert neben dem konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien konsequentes Energiesparen und Steigerung der Energieeffizienz. Hier wollen wir aufklären, gemeinsam mit dem Bund Anreize setzen und dort, wo wir Verantwortung tragen, mit gutemBeispiel vorangehen. Eine weitere wichtige Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende ist der Ausbau der Netze. Die Einspeisung der erneuerbaren Energien in die Strom- und Gasnetze muss dringend verbessert, der Abtransport in die Ballungszentren im Süden und Westen sichergestellt werden.
Dies ist eine der wichtigsten nationalen Aufgaben dieses Jahrzehnts, die auf Bundesebene endlich angepackt werden muss.
Wir wissen, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien und der Stromnetze auch mit Belastungen und Beeinträchtigungen verbunden ist. Die SPD setzt deshalb auf eine Energiepolitik im Dialog mit den Menschen im Land. Unser Ziel ist es, die Energiewende in Mecklenburg- Vorpommern so zu gestalten, dass die Beeinträchtigungen möglichst gering bleiben und gemeinsam mit den Menschen vor Ort nach den bestmöglichen Lösungen gesucht wird. Dazu gehört auch, dass wir Wege eröffnen, damit Bürgerinnen und Bürger vom Ausbau der erneuerbaren Energien profitieren können.
Für uns Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten ist Energiepolitik auch eine soziale Frage. Wir wollen alle unsmöglichenMaßnahmen ergreifen, damit die Strompreise bezahlbar bleiben und die mit demAusbau der erneuerbaren Energien entstehenden Kosten fair verteilt werden.
Wir wissen, dass die Energiewende in ganz Deutschland nur gelingen wird, wenn für eine gewisse Zeit Übergangstechnologien zur Verfügung stehen. Wir halten hier Gas für die beste Lösung und unterstützen Pläne, an dafür geeigneten Standorten moderne Gaskraftwerke zu errichten. Den Bau von Kohlekraftwerken lehnen wir hingegen ab. Eine klare Absage erteilen wir auch der unterirdischen Einlagerung von Kohlendioxid. Wir wollen keine CO2-Speicherung in Mecklenburg-Vorpommern. Sie ist keine Zukunftstechnologie, sondern verschiebt Lasten in die Zukunft.
Wir werden alle uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nutzen, um die probeweise oder gar dauerhafte Speicherung von CO2 in unseremLand zu verhindern.
Ausgeschlossen ist für uns der Wiedereinstieg in die Atomenergie. Die Endlagerfrage muss in den kommenden Jahren einer Lösung zugeführt worden. Die SPD bekennt sich zu den Beschlüssen der Landesregierung und des Landtages, vorübergehend Atommüll aus den beiden früheren DDR-Kraftwerken Lubmin und Rheinsberg im Zwischenlager Nord zu lagern. Eine darüber hinausgehende Lagerung von Atommüll lehnen wir entschieden ab. Wir werden alle uns zur Verfügung stehendenMittel nutzen, umdies zu verhindern.
Die bevorstehende Energiewende ist eine große Aufgabe. Um diese Aufgabe auf Landesebene angehen zu können, haben wir ein Energieministerium geschaffen. Wir werden uns auf Bundesebene dafür einsetzen, dass auch dort die Zuständigkeiten für Energie in einem Ministerium gebündelt werden. Die Bundesregierung muss den Beschlüssen jetzt Taten folgen lassen.
Die SPD in Mecklenburg-Vorpommern wird ihren Beitrag zum Gelingen der Energiewende leisten.

3. Mehr Produktion von Strom undWärme aus Erneuerbaren Energien

Im Mittelpunkt unserer Energiepolitik steht der Ausbau der erneuerbaren Energien. Wir wollen mit vielen konkretenMaßnahmen die Stromproduktion in allen Bereichen erhöhen:

Wir werden den Ausbau der Windkraft an Land und auf See weiter vorantreiben. Ziel ist es, in den kommenden fünf Jahren die zur Verfügung stehenden Windeignungsflächen an Land nahezu zu verdoppeln. Dazu werden neue Kriterien erstellt, der Abstand zur Wohnbebauung bleibt jedoch unverändert. Bei der „TeilfortschreibungWind“ der Regionalen Raumentwicklungsprogramme werden spezielle Repowering-Eignungsgebiete ausgewiesen, um an Land den Austausch alter, leistungsschwacher und lauter Windräder durch moderne, leistungsfähigere und leisere Anlagen (Repowering) zu befördern.

Außerdem werden wir spezielle Testeignungsgebiete ausweisen. Den Bau von Windparks vor unserer Küste werden wir weiter voranbringen. Hierzu wollen wir mit der Fortschreibung des Landesraumentwicklungs-programms bis 2016 weitere Flächen für Windparks ausweisen. Die Finanzierung der Offshore-Windparks ist nach wie vor problematisch. Wir fordern die Bundesregierung auf,mit ihren Instrumenten die Investoren zu unterstützen.

In der Produktion von Bioenergie besteht großesWachstumspotenzial. Durch die Schaffung regionaler Wertschöpfungsketten wollen wir den Ausbau der Bioenergie unter Beachtung strenger Nachhaltigkeitskriterien unterstützen. Dabei kommt der Nutzung organischer Rest- und Abfallstoffe besondere Bedeutung zu. Sie hat Vorrang vor dem Anbau von Biomasse. Unser Ziel sind kleine dezentrale Anlagen, die sowohl für Strom- als auch Wärmeerzeugung genutzt werden können. Biogasanlagen dürfen nicht zu Monokulturen in der Landwirtschaft und zu Verkehren führen, die ökologisch und wirtschaftlich unsinnig sind.

Auch in der Nutzung der Photovoltaik sehen wir große Potenziale. Wir werden für das ganze Land sorgfältig prüfen, welche Flächen für Photovoltaikanlagen geeignet sind. Insbesondere werden wir da, wo es möglich ist, durch Nachnutzung auf vorhandene Konversionsflächen aus wirtschaftlicher und militärischer Nutzung sowie zurzeit nicht benötigter Kiesflächen zurückgreifen. Um potenziell geeignete Flächen für Investoren sichtbar und verfügbar zumachen, werden wir ein Flächenkataster für Photovoltaik- Freianlagen schaffen.

In unserem Land gibt es gute geologische Bedingungen für die Nutzung von Geothermie. Die Nutzung für Strom und Wärme ist noch sehr aufwendig. Hier wird es darauf ankommen, geeignete Projekte zu fördern, umdiese Energieformzu erproben.

Der erfolgreich begonnene landesweite Aufbau von (Bio)Energiedörfern und –städten wird von uns systematisch fortgesetzt und weiter entwickelt. Wir schaffen damit dezentrale Energieversorgungssysteme zur Deckung unseres Energiebedarfs mit regionalen Stoffkreisläufen und neue qualifizierte Arbeitsplätze. Durch die Teilhabe von Kommunen sowie Bürgerinnen und Bürgern an dieser regionalenWertschöpfung werden der ländliche Raum und die Daseinsvorsorge gestärkt. Das Kerngeschäft der Erneuerbaren-Energien-Branche bietet für Fachkräfte eine Vielzahl interessanter Jobs, z. B. Forschung und Entwicklung, Planung und Beratung, Service und Montage, Produktion undWartung. Daneben werden imUmfeld der Branche immer mehr Spezialist/innen benötigt, z. B. Architekt/innen, Biolog/innen für die Erforschung von Bioenergieträgern, Jurist/innen für die Beratung bei neuen Geothermie-Vorhaben, Landwirt/innen für die Erzeugung von Biomasse, Kaufleute für Verwaltung, Vertrieb und Marketing. Weitere interessante und neue Tätigkeitsfelder eröffnen sich in Bereichen wie Energiesparen und Energieberatung, Umweltbildung oder Elektromobilität. D. h., es werden zukünftig inMV viele Fachkräfte benötigt. Bislang profitieren davon jedoch vor allem die männlichen Arbeitskräfte.
Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Erneuerbare-Energien-Branche als Arbeitsmarkt für alle betrachtet wird und für alle Frauen und Männer eine zukunftsweisende Perspektive inMecklenburg-Vorpommern aufgezeigt.

4. Chancen aufWachstum und Arbeitsplätze nutzen

Eine moderne Energiepolitik ist für uns moderne Wirtschaftspolitik. Die erneuerbaren Energien bieten die Chance, dass Mecklenburg-Vorpommern weiter an Wirtschaftskraft gewinnt und neue gut bezahlte, vor allemindustrielle Arbeitsplätze entstehen.

Die erneuerbaren Energien werden deshalb ein Schwerpunkt der Investorenwerbung des Landes sein.

Mecklenburg-Vorpommern soll als Standort zur Produktion von Windkraftanlagen und moderner Energietechnik noch weiter an Bedeutung gewinnen. Wir werden unsere Stärken, z. B. Produktionsflächen an der Kaikante, sehr gute Logistikbedingungen, schnelle Genehmigungsverfahren, weiter ausbauen und vermarkten.

Um Unternehmen aus der Branche gute Bedingungen zu bieten, treten wir dafür ein, die Wirtschafts- und Technologieförderung stärker auf die erneuerbaren Energien auszurichten.

Wir wollen einen speziellen Förderfonds einrichten, um den Ausbau der erneuerbaren Energien voranzutreiben. Projekte können aus diesem Fonds mit Darlehen gefördert werden. Die zurückfließendenMittel können für neue Projekte eingesetzt werden.

Wir werden die erfolgreiche Netzwerkförderung auch auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien fortführen.

Wir sehen im Ausbau der erneuerbaren Energien die einmalige Chance, die Kompetenzen von maritimerWirtschaft undWindkraftbranche zusammenführen. Dies eröffnet neue Perspektiven für unsereWerften undmaritime Zulieferer.

Die Energiewende bedeutet auch Aufträge für das Handwerk, für Planungsbüros oder Firmen, die Anlagen warten. Wir werden die Vernetzung zwischen den Branchen unterstützen.

 

5. Ausbau der Netze als zentrale Infrastrukturaufgabe dieses Jahrzehnts

Zentrale Infrastrukturaufgabe der kommenden Jahre ist der umfassende Ausbau der Netze und von Speichern auch in Mecklenburg-Vorpommern. Die Bundesregierung muss den Ausbau der Übertragungsnetze beschleunigen und Erfahrungen beim Ausbau der Verkehrswege Deutsche Einheit nutzen. In Mecklenburg-Vorpommern haben wir die Weichen für ein konzeptionelles Vorgehen beim Ausbau der Netze in unserem Land gestellt. Hierzu werden wir noch in diesem Jahr mit der Netzstudie II eine wissenschaftlich fundierte Analyse vorgelegt bekommen. Darin wird es auch umden notwendigen Ausbau des Verteilnetzes imLand gehen. Der anstehende Ausbau der Netze in Mecklenburg-Vorpommern wird zu Beeinträchtigungen führen. Unser Ziel ist es, die Auswirkungen des Netzausbaus auf die Menschen deutlich zu vermindern. Dazu wollen wir beim Netzausbau vorrangig Infrastrukturtrassen der Deutschen Bahn oder Autobahnen als „Energietrassen“ nutzen. Wir werden die Menschen in unserem Land frühzeitig und ernsthaft in allen Planungsstadien einbeziehen. Dies führt auch zu mehr Akzeptanz.
Die Kosten für den Netzausbau und die Integration erneuerbarer Energien müssen fair verteilt werden. Nach den derzeitigen Regeln tragen die Regionen, die beim Ausbau der erneuerbaren Energien vorangehen, besonders hohe Lasten. Das ist ungerecht. Die SPD in Mecklenburg-Vorpommern setzt sich deshalb dafür ein, dass die Bundesregierung von ihrer Möglichkeit Gebrauchmacht, die so genannten Netzintegrationskosten bundesweit umzulegen.

6. Energieeffizienz

Ein Schwerpunkt unserer Energiepolitik ist das Thema Energieeffizienz. Hier gibt es große Einsparpotenziale bei der Gebäudewärme und der Prozessenergie in Industrie und Wirtschaft. Energieeffizienz schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel der Menschen und Unternehmen. Wir wollen ein verändertes Bewusstsein im Umgang mit Energie bei Verbrauchern und Industrie schaffen. Hierfür wollen wir werben. Dabei können das Landeszentrum für erneuerbare Energien (Leea) und die Deutsche Energie Agentur (dena) wichtige Partner sein. Gemeinsam mit dem Bund wollen wir Anreize setzen, damit Bürgerinnen und Bürger und Wirtschaft in Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz investieren. Bei der Sanierung öffentlicher Gebäude müssen Land und Kommunenmit gutemBeispiel vorangehen.

7. Verkehr

Es werden Konzepte für ein landesweites Mobilitätssystem M-V entwickelt und das an die Strukturen im Flächenland M-V und an die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger angepasst ist. Unter Nutzung regenerativer Energien wollen wir klimaschädliche Emissionen im Verkehr reduzieren und einen Übergang zur klimaschonendenMobilität schaffen. Wir setzen auf zukunftsfähige Kraftstoffe und moderne energiesparende Antriebssysteme. Wir wollen die anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung im Bereich der Elektromobilität voranbringen, das Kompetenznetzwerk Elektromobilität und Pilotprojekte insbesondere in dentouristischen Regionen des Landes unterstützen. Landesverwaltung soll mit einem entsprechenden Umbau ihres eigenen Fuhrparks eine Vorbildstellung einnehmen. Gleichzeitig muss der Ausbau der Tankstellen-Infrastruktur zur Verwendung alternativer klimaschonender Kraftstoffe vorangetrieben werden. Auch die Deutsche Bahn ist gefordert, umweltfreundliche Energien zu nutzen.

8. Energiewende – Lehre und Forschung

Mecklenburg-Vorpommern hat nach den vorliegenden Länderstudien insbesondere in den Bereichen des Studienplatzangebotes und Forschungsmitteln für Energie noch Verbesserungsmöglichkeiten. Wir werden darauf hinwirken, dass sich die Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten im Bereich der Erneuerbaren Energien den zu erwartenden Fachkräftebedarf schnell und effizient anpassen, um so auch einer möglichen Abwanderung zukünftiger weiblicher und männlicher Fachkräfte entgegenzuwirken. Deshalb begrüßen wir, dass die Landesregierung und die Hochschulen eine bessere Zusammenarbeit vereinbart haben. Besonderes Augenmerk soll dabei auf neue Speichertechnologien und Energieeffizienz gelegt werden. Auch eine bessere Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Unternehmen werden wir unterstützen. Dazu dienen in besonderer Weise die Netzwerke, wie die Wasserstofftechnologie-Initiative, Wind Energy Network, Elektromobilität inMecklenburg Vorpommern (EMV), Solarinitiative.

9. Strategische Partnerschaft mit Kommunen und kommunalen Gesellschaften

Der Ausbau dezentraler Energieversorgungsstrukturen kann erfolgreich und am wirksamsten mit den Kommunen und den kommunalen Gesellschaften erreicht werden. Sie sind strategische Partner unserer Energiepolitik. Die zahlreichen Initiativen für (Bio) Energiedörfer sind dafür ein Beispiel. Es ist richtig, dass das Energieministeriumdie Aufgabenübertragung des Landes an die Bundesnetzagentur hinsichtlich der Netzbetreiber mit weniger als 100.000 Kundenüberprüft. Wir wollen aber auch Möglichkeiten schaffen, damit Gemeinden besser als bisher an der Energiewende mitwirken und davon profitieren können. Hierzu sollen z.B. Genossenschaftsmodelle und andere finanzielle Beteiligungsformen (z. B. Fonds) auf freiwilliger Basis für Bürgerinnen und Bürger ernsthaft geprüft werden. Die Umsetzung solcher Beteiligungsformen ist der finanziellen Beteiligung großer Energieversorger vorzuziehen, um dem Anspruch einer regionalen Energiepolitik und -versorgung sowie der Stärkung der regionalen Wirtschaftskraft gerecht zu werden.

10. Energiewende gelingt nur mit den Menschen

Wir wollen die Bürgerbeteiligung bei Energieprojekten deutlich verbessern. Dies soll einhergehen mit deutlich beschleunigten Planungen. Bürgerbeteiligung und Planungsbeschleunigung sind keinWiderspruch. Vielmehr werden durch rechtzeitige Einbindung aller Beteiligten mögliche Konflikte minimiert und Klagen verhindert. Notwendig ist ein gesellschaftlicher Konsens für eine moderne Energieinfrastruktur. Dafür müssen die Bürgerinnen und Bürger von Anfang an in die Planung von Energieleitungen einbezogen werden. Modelle zur wirtschaftlichen Teilhabe wie Bürgerwindparks und Bürgersolaranlagen können geeignet sein, höhere Akzeptanz bei den Menschen zu erreichen. Durch den Einsatz von Mediatoren soll in konfliktbehafteten Genehmigungsverfahren die höchstmögliche Transparenz und Akzeptanz für die Bürger sichergestellt werden.

 

Gründung “Pro Europa Netzwerkes”

Stefanie Drese: Kräfte für Europa gebündelt!

In Schwerin schlossen sich heute europainteressierte Akteure, Verbände und Vereine auf Initiative der SPD-Landtagsfraktion Mecklenburg-Vorpommern zum „Pro Europa Netzwerk Mecklenburg-Vorpommern“ zusammen.
Die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion Stefanie Drese erklärte: „Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, verschiedene Akteure zur Netzwerkgründung an einen Tisch zu holen. Der europäische Integrationsprozess lebt von der Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger. Um sie zu verbessern, wollen wir europapolitische Aktivitäten in diesem überparteilichen Netzwerk bündeln. Das Netzwerk ist offen für alle, die sich für ein demokratisches, friedliches und weltoffenes Europa engagieren möchten. Wir freuen uns über weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter!“
Die SPD-Landtagsabgeordnete Sylvia Bretschneider begrüßte die Gäste.
Im Sprecherrat des Netzwerkes sind folgende Organisationen vertreten:
•    Mandy Kröppelien, Europäisches Integrationszentrum Rostock
•    Andreas Handy, Europäische Akademie Waren (Müritz) •   Jürgen Lippold, Europa-Union Mecklenburg-Vorpommern
•    Andrea Herrmannsen, Leiterin der Abteilung Europa und Internationale Angelegenheiten, Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern
•    Klaus Wils, Deutsch-Polnische Gesellschaft Mecklenburg-Vorpommern
•    Heinrich-Christian Kuhn, Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern
Als erste Veranstaltungen plant das Netzwerk ein Frühstücksgespräch im August in Schwerin mit Frau Dr. Sylvia-Yvonne Kaufmann, ehemalige Vize-Präsidentin des Europäischen Parlaments, sowie ein Gespräch mit dem Botschafter Zyperns in der Europäischen Akademie in Waren (Müritz) im September 2012.
Die Akteure werden in Mecklenburg-Vorpommern zusammenarbeiten, damit Europa seinen Weg nicht nur in die Köpfe, sondern auch in die Herzen der Menschen findet.

 

Der “Rote Backstein” 2012 geht an Maria Sommer!

Aus der Laudatio von der SPD-Landtagsabgeordneten Sylvia Bretschneider:”
“Die diesjährige Preisträgerin ist Maria Sommer. HERZLICHEN GLÜKCWUNSCH!
Unter Maria Sommers Leitung wurde nicht nur die Arbeit des Vereins für unser demokratisches Gemeinwesen in vier Stadtgebieten von Neubrandenburg und im Ortsteil Weitin aufgebaut. Auch die Gemeinde Neverin im damaligen Landkreis Mecklenburg-Strelitz haben von der Anleitung und Unterstützung durch die engagierten Frauen des Vereins “Fraueneinfälle” profitieren können.”

Sehr geehrte Damen und Herren,

Seit 10 Jahren verleiht die SPD Neubrandenburg den  „Roten Backstein”. 35 Bürgerinnen und Bürger konnten seit 2003 für ihr Engagement im demokratischen Miteinander der Einwohner dieser Stadt geehrt werden. 18 Männer, 17 Frauen. Die Geschlechterquote bei der SPD beträgt 40%,
sie sehen, in Neubrandenburg sind wir schon ein Stück weiter. Und zwar nicht, weil das bei der Entscheidung, wer den Backstein bekommen soll,
eine Rolle gespielt hat, sondern weil es bei uns eben viele Frauen und Männer gibt, die eine solche Ehrung verdient haben.
Der „Rote Backstein” wird für zivilgesellschaftliches, demokratisches Engagement vergeben und ist eine Auszeichnung für Menschen, die prägend für das Zusammenleben in unserer Region sind oder gewesen sind.
Jetzt sind Sie natürlich gespannt, wer die Auszeichnung erhält. Ich möchte diese Spannung aber noch etwas aufrechterhalten.

Der Ursprung der Ehrung der heutigen Preisträgerin (es handelt sich also um eine Frau) geht auf das Jahr 1995 zurück. Wenn man es ganz
genau nimmt – sogar auf das Jahr 1938, denn in dem Jahr wurde unsere Preisträgerin auf einem Bauernhof in Drönnewitz bei Demmin
geboren. Und auf einem Bauernhof gehörte es auch für die Kinder dazu, ordentlich mit anzupacken. Für die Schüler heute wahrscheinlich
unvorstellbar: Vor der Schule mussten die Kühe gemolken werden, nach der Schule ging es aufs Feld. Obwohl sie diese Aufgaben ohne Murren
und mit Fleiß erledigte, stand für unsere Preisträgerin schon frühzeitig fest: Bäuerin wollte sie nicht werden. Obwohl die Familie darüber natürlich nicht sonderlich begeistert war und jeder Blick in die Bücher mit dem Spruch:
“Lesen ist dem lieben Gott die Zeit stehlen” bedacht wurde, waren ihre Eltern  dennoch stolz, als ihre Tochter schließlich das Abitur in der Tasche
hatte und zum Studium nach Rostock ging. Was glauben Sie wohl mit welcher Absicht? Die Bauerstochter studierte Landwirtschaft. Das war aber
nicht die einzige Herausforderung. Noch während ihrer Unizeit kamen ihre ersten von insgesamt vier Kindern zur Welt. Diesen Spagat zwischen
Karriere und Familie hat sie nicht nur ausgehalten, sondern mit Bravour gemeistert. Als sie dann in Pasewalk und später in Neubrandenburg eine Leitungsstelle im Kraftfuttermischwerk übernahm, besuchten ihre Kinder wie die der meisten berufstätigen Mütter in der DDR Kindergarten und Krippe. Ohne die Möglichkeit der  Kinderbetreuung wären für sie die Erfüllung und der Erfolg im Beruf in Vereinbarkeit mit der Familie nicht möglich
gewesen. Ihre Arbeit war ihr ebenso wichtig wie ihre Familie. Nachwuchs und berufliche Selbstverwirklichung waren auch für sie nie ein „Entweder – Oder”, sondern sich gegenseitig ergänzende wichtige Bestandteile ihres Lebens.

In der Zeit der Umbruchsphase nach der politischen Wende gestaltete sich die Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Familie zunehmend schwieriger. Immer mehr Frauen wurde aus dem Erwerbsleben herausgedrängt. Obwohl die eigenen Kinder längst erwachsen waren, wollte unsere
Preisträgerin sich mit dieser Entwicklung nicht abfinden. Für sie war klar, dass die Frauen selbst etwas dafür tun müssen, damit sie ein
selbstbestimmtes, unabhängiges Leben führen können und nicht an den Herd zurückgedrängt werden. Kurzentschlossen  gründete sie deshalb
mit anderen engagierten Frauen einen Verein. Und das war im Jahr 1995.
Von 1999 bis 2008 war sie dann selbst Vorsitzende dieses Vereins, nämlich des Vereins “Fraueneinfälle”.
Und spätestens jetzt wissen alle, wer den „Roten Backstein” 2012 erhält – es ist Maria Sommer.
Unter Maria Sommers Leitung wurde nicht nur die Arbeit des Vereins für unser demokratisches Gemeinwesen in vier Stadtgebieten von
Neubrandenburg und im Ortsteil Weitin aufgebaut. Auch die Gemeinde Neverin im damaligen Landkreis Mecklenburg-Strelitz haben von der
Anleitung und Unterstützung durch die engagierten Frauen des Vereins “Fraueneinfälle” profitieren können.

Im Ergebnis des Engagements Maria Sommers und ihrer Mitstreiterinnen des Vereins „Fraueneinfälle” sind Begegnungsstätten des Vereins
entstanden. Diese Einrichtungen hatten sich in Zeiten extrem hoher Arbeitslosigkeit zu aktiven Zentren für arbeitslose Frauen und deren
Familien entwickelt. Für mehr als 200 langzeitarbeitslose Frauen wurden in arbeitsmarktpolitischen Projekten des Vereins nicht nur
Beschäftigung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben organisiert, sondern für tausende betroffene Frauen Orte der Begegnung, des
Austauschs und letztlich auch der Hoffnung geschaffen.
Unter der damaligen Leitung  von Maria Sommer entwickelte sich die Begegnungsstätte Wiekhaus Nr. 11 zu einem multikulturellen Zentrum der
Stadt Neubrandenburg. Es ist damit seit vielen Jahren Anziehungspunkt für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt und auch für Touristen.

Die Arbeit in den Begegnungsstätten beschränkte sich aber nicht auf den Einsatz und Projekte für arbeitslose Frauen. Es wurden ebenso
Senioren oder hilfebedürftige Bürgerinnen und Bürger betreut, wie zum Beispiel im „ Kiek In” in Monckeshof, im vereinsübergreifenden Projekt
CA-FE-BE auf dem Lindenberg oder im Bürgertreff Datzeberg.
Aus dieser Betreuung entwickelte der Vorstand unter aktiver Mitarbeit von Maria Sommer mit viel Initiative das Projekt „Stadtteilorientierte Familienbegleitung”, in dem 10 Sozialarbeiterinnen tätig waren. Lassen Sie mich schlaglichtartig noch auf einige weitere Beispiele eingehen,
die belegen, dass das Engagement Maria Sommers Spuren hinterlassen hat und bis heute fortwirkt.
Ich erinnere da an die Weiterbildung der Mitarbeiterinnen: Dafür hat der Vorstand des Vereins mit Frau Sommer an der Spitze eigens das
Projekt „Aufbau einer Frauenuniversität” entwickelt und mehr als 100 Frauen haben dort eine erfolgreiche Weiterbildung mit Zertifikat
absolviert.
Im Projekt “Zwergenservice” werden Kinder im Alter bis zu 10 Jahren außerhalb der Öffnungszeiten von Kitas stundenweise in häuslicher Umgebung betreut, zu Veranstaltungen und Therapien gebracht.
Im ” Trans-Fair-Service” werden hilfebedürftige Personen bei Arztbesuchen, Behördengängen, Terminen des täglichen Bedarfs oder einfach nur
bei sonst unmöglichen Spaziergängen begleitet oder in Konfliktlagen betreut. Zu nennen wären da auch die Organisation und Durchführung des Ringmauerfestes in Zusammenarbeit mit dem Vier-Tore-Fest der Stadt über viele Jahre und vieles
mehr.
2008 hat Maria Sommer den Vereinsvorsitz abgegeben. Es war nicht einfach, eine Nachfolgerin zu finden. Dem Verein drohte das Aus. Aber
Maria Sommer hat nicht aufgegeben und erst als alles ordentlich übergeben war, hat sie sich mehr in das Privatleben zurückgezogen. Nun könnten
einige sagen: Alles Aktivitäten eines Vereins, also von vielen. Das ist sicher richtig. Natürlich kann niemand so etwas allein bewerkstelligen, ‘
man braucht Partner und Weggefährten. Wenn wir uns heute bei Maria Sommer bedanken, danntun wir das auch stellvertretend für alle
Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Aber jeder von uns weiß auch, dass Veränderung Motoren braucht, Menschen, die andere begeistern und mitreißen können, die sich selbst nicht schonen und hohe Maßstäbe an sich selbst stellen. Menschen, die sich für andere aufopfern, die beharrlich und
verantwortungsbewusst das Leben gestalten.
Maria Sommer gehört zu diesen Menschen, die sich für unser demokratisches Gemeinwesen, für unsere Region und für „ihre” Stadt
Neubrandenburg einsetzen. Die Jury hätte keine würdigere Preisträgerin für die Verleihung des „Roten Backsteins” finden können.
Herzlichen Glückwunsch – Maria Sommer.

 

 

Jugendweihe 2012

Liebe Mädchen und Jungen,

heute ist Eure Jugendweihe. Ich wünsche Euch, Euren Eltern sowie Euren Familien und Freunden alles Gute für diesen tollen Tag, den Ihr sicher lange in Erinnerung behalten werdet. Ich freue mich sehr, dass ich die große Ehre habe, heute die Festrede für Euch halten zu dürfen. Als Präsidentin des Landtages Mecklenburg-Vorpommern halte ich viele Reden und Grußworte zu ganz unterschiedlichen Anlässen. Auf einer Jugendweihefeier zu sprechen, ist für mich aber stets eine besondere Freude.

Sicher habt Ihr, liebe Mädchen und Jungen, diesem Tag schon lange und voller Erwartungen entgegen gefiebert. All das Herzklopfen und Kribbeln in Eurem Bauch ist spürbar und scheint geradezu anzustecken und ich glaube, jeder der heute Anwesenden fühlt mit Euch. Die Jugendweihe, das ist für viele von Euch irgendwie ein Familienfest, so wie Weihnachten oder auch Ostern, aber irgendwie ist es doch anders. Das Besondere und in gewisser Weise auch Einmalige an dieser Feier ist das Gefühl, die Zeit für einen kurzen Augenblick anhalten zu können. Mit der Jugendweihe wird in feierlicher Form symbolisch ein neuer Lebensabschnitt eingeleitet – ein Lebensabschnitt, der nicht heute und hier beginnt, sondern sich langsam entwickelt; eine Zeit, die größere Herausforderungen für Euch bereit hält, Spannendes, Unbekanntes, aber auch mehr Verantwortung.

Liebe Mädchen und Jungen,

während Deutschland noch und schon wieder den Superstar oder das nächste Topmodell sucht, wissen viele von Euch längst, dass jeder Mensch Stärken und Talente besitzt. Es braucht keine Fernsehshow, um Superstar zu werden. Gerade die Vielfalt, die bestehenden Unterschiede zwischen den Menschen machen das Leben so interessant, aber auch kompliziert. Diese Verschiedenheit erfordert als bedingungslose Voraussetzung für das harmonische Miteinander in unserer demokratischen Gesellschaft vor allem Toleranz dem Anderen gegenüber. Dabei lässt sich der Wert eines Menschen nicht auf das Ergebnis eines Telefon-Votings reduzieren. Versucht also stets, den Menschen hinter einem Gesicht zu erblicken, Euch nicht von Äußerlichkeiten blenden zu lassen. Nehmt Euch die Zeit, die Menschen in Eurem Umfeld richtig kennenzulernen, hinterfragt ihr Handeln und Verhalten. Beschränkt Euch dabei aber nicht nur auf das, was Ihr bei Facebook lest. Die Betrachtung von Texten und Bildern auf dem Computerbildschirm ist nämlich kein Ersatz für den persönlichen Umgang miteinander.

Liebe Mädchen und Jungen,

niemand wird und kann für sich in Anspruch nehmen, auf all Eure Fragen eine Antwort zu haben. Ihr werdet Euch in Zukunft mit vielen Dingen auseinandersetzen müssen. Natürlich könnt Ihr auf uns auch in Zukunft zählen, wenn Ihr Sorgen und Probleme habt. Viele offene Fragen wollt Ihr aber auch allein oder untereinander ohne uns Erwachsene beantworten. „Für Eltern Zutritt verboten!” mag dann an Euren Zimmertüren in großen Lettern prangen. Das ist für uns Eltern einerseits schmerzlich, andererseits verständlich, weil Ihr eben erwachsen werdet. Natürlich hoffen wir, dass Euch unser Rat und Zuspruch auch in Zukunft wichtig ist, wir Euch zum Nachdenkenanhalten und Euch Anstöße für Euer jetziges und zukünftiges Handeln mitgeben können. Für die Suche nach dem eigenen Lebensweg gibt es kein GPS, das einem die Richtung anzeigt. Erwachsen werden heißt also auch, den eigenen Weg selbst zu bestimmen. Lauft also nicht plan- und ziellos durch die Welt, sondern fragt Euch: Was will ich erreichen? Wie komme ich dahin? Wer kann mir dabei helfen? Vergesst dabei nicht die Menschen um Euch herum! Fragt Euch also auch stets:

Welche Auswirkungen hat mein Handeln auf andere? Ein sinnerfülltes Leben kann nur funktionieren, wenn man nicht nur nimmt, sondern auch bereit ist zu geben. So wie Ihr Eure Vorstellungen nur mit Unterstützung von Freunden und Partnern erreichen könnt, brauchen auch die anderen Eure Hilfe und Solidarität. Beherzigt dabei den Spruch, dass das Glück sich mindestens verdoppelt, wenn man es teilt.

Liebe junge Erwachsene,

nehmt Euch viel vor und geht mutig Euren Weg! Ich wünsche jedem Einzelnen von Euch, dass Ihr Eure Ziele erreichen könnt! Was um Euch herum, was im Land, was in der Welt geschieht, werdet Ihr mehr und mehr an Euren eigenen Vorstellungen messen, an Euren Hoffnungen und Träumen und an Eurem Wissen. Ihr werdet sehen, dass sich mancher Traum verwirklichen lässt, aber andere dafür leider wie Seifenblasen zerplatzen.
Wichtig ist es meines Erachtens aber, überhaupt eine eigene Vision für das Leben zu haben. Eure Träume sind deshalb wichtig und wir als Erwachsene müssen sie ernst nehmen. Euren Lebensinhalt müsst ihr ohnehin selbst definieren. Auch wenn wir als Eltern wünschten, Euch dieses manchmal
abnehmen zu können. Ihr werdet auch falsche Entscheidungen treffen und Euch korrigieren müssen, jedoch gleichzeitig feststellen, dass viele
Probleme im Nachgang gar nicht so wichtig erscheinen, wie man zunächst meint. Je eher man das begreift, umso besser kann man sein eigenes Leben gestalten.

Liebe Mädchen und Jungen,
ob Ihr wollt oder nicht, Ihr werdet ein Leben lang lernen! Ihr werdet jeden Tag neue Erfahrungen sammeln und Euch weiteres Wissen aneignen.
Der Weg hin zu einem mündigen Bürger führt aber nicht über einen „Kopieren-und-Einfügen”-Vorgang Verlasst Euch also nicht allein auf die Informationen, die Wikipedia oder Google liefern. Ich will Euch stattdessen ermutigen, jede Information, jede Wahrheit zu hinterfragen und selbst
zu beurteilen, ohne Euch von vorgefertigten Meinungen und Scheinargumenten manipulieren zu lassen. Trefft Entscheidungen aufgrund eigener
Ansichten und lauft nicht einfach den Meinungen anderer hinterher!

Haltet Euch bitte auch immer vor Augen, dass man sich mit Rücksichtslosigkeit und

Egoismus weder Anerkennung noch Achtung erwirbt und Gewalt als Mittel zur

Konfliktlösung mit der Würde des Menschen unvereinbar ist – das gilt für das

persönliche Leben genauso wie für die Politik. Erfolg, Macht und Einfluss erscheinen

oftmals als die erstrebenswerten Ziele der heutigen Zeit, ein Trend, das gebe ich

unumwunden zu, den ich persönlich sehr kritisch sehe, insbesondere, wenn dabei

Solidarität, Toleranz und Fairness auf der Strecke bleiben, was leider allzu oft

geschieht. Solidarisches Miteinander, Zusammenhalt, gegenseitige Rücksichtnahme

und Vertrauen finde ich persönlich ganz wichtig für das demokratische Wertegerüst

unserer Gesellschaft.

Liebe Eltern, liebe Großeltern, liebe Gäste,

wo ist die Zeit geblieben? War es nicht erst gestern, als diese festlich gekleideten

jungen Erwachsenen geboren wurden? Auch die durchwachten Nächte, als die

ersten Zähne kamen, die ersten wackeligen Schritte, das erste Wort, der Tag der

Einschulung – das alles ist doch noch gar nicht lange her! Viele kleine Episoden und

Begebenheiten aus dem Leben unserer Kinder drängen aus diesem Anlass wieder

in das Bewusstsein. Die Zeit rennt für uns Eltern oftmals viel zu schnell.

Aus ihren niedlichen und lieben Kleinen sind inzwischen selbstbewusste junge

Menschen geworden, die – mehr als uns lieb ist – widersprechen und die ihren

eigenen Kopf haben. Ich weiß, wir tun uns als Erwachsene so manches Mal schwer,

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Euch liebe Mädchen und Jungen, zu verstehen. Eurem Outfit, einigen Eurer

Wünsche und auch Verhaltensweisen stehen wir so manches Mal kopfschüttelnd

gegenüber. Ich weiß aus eigener Erfahrung, es fällt uns Eltern oft schwer, unseren

Kindern jenen Freiraum zu geben, den sie brauchen, um ihren eigenen Weg zu

finden. Auch Loslassen will gelernt sein. Auch für Eure Eltern und Großeltern werden

die kommenden Jahre nicht einfach. Also helft Ihnen, Eure Pubertät zu überstehen!

Bringen Sie, liebe Eltern, Ihren Kindern im beginnenden neuen Lebensabschnitt

genau so viel Liebe, Geduld und Vertrauen entgegen wie bisher.

Aber, liebe Mädchen und Jungen, fragt Euch am heutigen Tag bitte auch: Was wäret

Ihr ohne Eure liebe Familie? Sie hat Euch behütet, und sie ist für Euch da. Das,

davon bin ich zutiefst überzeugt, wird auch in Zukunft so sein. Schlagt nicht alle gut

gemeinten Ratschläge von vornherein in den Wind, auch wenn sie manchmal uncool

erscheinen.

Richtig cool würde ich es finden, wenn Ihr trotz der großen Feier heute nicht

vergesst, Mutti, Papa, Oma, Opa und alle, die Ihr lieb habt, in den Arm zu nehmen

und ihnen Danke zu sagen für das, was sie bisher für Euch getan haben.

Liebe Jungen und Mädchen,

ich wünsche Euch für heute zunächst einmal, dass Ihr ohne zu stolpern den

Bühnenauftritt übersteht, nach der Feierstunde unbeschwerte und fröhliche Stunden

im Kreise Eurer Familie, der Freunde und der Bekannten genießen könnt.

Für Eure Zukunft wünsche ich Euch von ganzem Herzen alles Gute, Erfolg und vor

allem Spaß am großen Abenteuer „Leben”!

E u r e

 

Sylvia Bretschneider

 

Präsidentin des Landtages Mecklenburg-Vorpommern

 

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